Montag, 25. November 2013

[Rezension] Hannah Harrington - speechless [sprachlos]

DARKISS

Taschenbuch: KLICK - 12,99 € - 300 Seiten
ebook: KLICK - 12,99 €
Altersempfehlung: 12-16 Jahre
Genre: Jugendbuch, Roman, Mobbing

Die Autorin:
Hannah Harrington stammt aus Michigan, wo sie mit einem Hund und zu vielen Katzen wohnt. Wenn die junge Autorin nicht gerade schreibt, geht sie gern reiten, diskutiert über Politik, schaut sich Dokumentarfilme an und spielt – ziemlich schlecht – Gitarre. Mehr über Hannah Harrington unter hannahharrington.blogspot.com, facebook.com/hannahharrington und unter Twitter @hharrington.






Inhalt:
Chelsea liebt es, Neuigkeiten zu verbreiten. Damit sichert sie sich die Aufmerksamkeit der Leute, allen voran ihre beste Freundin Kirsten. Doch nach der Silvesterparty überschlagen sich die Ereignisse und Chelsea erlebt, was ein loses Mundwerk anrichten kann. Und sie wünscht sich nichts sehnlicher, als alles ungeschehen zu machen - doch das geht nicht. Und so zieht sie die für sich einzig mögliche Konsequenz und stellt sich dem, was sie verursacht hat. Von heute auf morgen ist sie nicht mehr beliebt, sondern gehasst. Wird zur Zielscheibe von Demütigung, Verachtung und feigen Anschlägen. Dass sie gleichzeitig auch noch ein Schweigegelübde abgelegt hat, macht die Sache nur noch schlimmer. Doch Chelsea ist hart in ihrer eigenen Entscheidung.

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen, konnte es nicht aus der Hand legen, wollte wissen, was passiert, wie es weiter geht, wie es endet. Ich war fasziniert von Chelsea und ihrem selbstauferlegten Schweigegelübde - wie sie es durchhält, warum sie es macht, wie es ihr damit geht. Ich war so in das Buch und seine Geschichte vertieft, dass ich, als mich jemand ansprach im ersten Moment dachte, ich kann doch jetzt nicht sprechen.

Mich lässt das Buch auch sehr ratlos zurück, wenn ich ehrlich bin. Chelsea bringt mit ihrem losen Mundwerk zwei Menschen ins Rampenlicht und erzählt intime Details, durch die ein Stein ins Rollen kommt, der an sich schon unbeschreiblich ist. Dass ein Mensch danach so zusammengeschlagen wird, dass sein Überleben unsicher ist. Dass aber am Ende dann nicht die, die die wirklichen Täter sind von allen gemieden werden, sondern Chelsea, ließ mich erschaudern. Wieder einmal zeigt sich hier, wie Menschen andere Menschen beeinflussen und lenken. Sicherlich ist es nicht gut von ihr gewesen, so etwas herauszuplappern, doch man merkt am Anfang der Geschichte, wie jung, wie naiv sie noch ist. Doch was sie damit auslöst, das dürfte so nicht passieren. Von ihr wenden sich alle ab, während die wahren Täter noch als die "armen" hingestellt werden.

Man sieht wieder einmal, wie schnell sich etwas wenden kann. Heute noch beliebt, morgen nur noch ein Zielobjekt. Ich fand es gut, wie sich Chelsea mit der Situation auseinandersetzt. Wie sie versucht, für ihre Tat gerade zu stehen, etwas wieder gutzumachen obwohl sie weiß, dass es nicht entschuldbar ist. Und man merkt, wie sie während dieses Prozesses erwachsener wird. Und sie merkt, was wichtig an Menschen, an Freunden ist. Wie man für andere einsteht und dass nicht immer alles schwarz oder weiß ist, sondern es dazwischen noch sehr viele Grautöne gibt.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach, wenn auch keinesfalls oberflächlich. Er ist gut und flüssig zu lesen und hier und da ließ er mich innehalten und Sätze nochmals lesen und wirken .. so wie diesen hier:

"Du musst aufhören, Dich selbst zu bestrafen", sagte er so leise, dass ich es fast nicht hörte. Ich weiß nicht, ob er damit mich meint oder sich selbst. Wahrscheinlich ist es auch nicht wichtig.

Ein Wort möchte ich noch über das Cover sagen, das mich wirklich fasziniert. Weiße Buchstaben auf weißem Grund, nur durch Prägung und einen Schatten hervorgehoben. So passend zum Titel, zum Inhalt. Ich finde es einfach nur genial!

Fazit:
Das Buch macht seinem Titel alle Ehre. Denn es lässt einen sprachlos zurück. Über das Verhalten der Menschen. Wie schnell sie sich drehen, wie schnell gut böse und böse gut ist. Und dass wahre Täter noch bedauert werden, statt verachtet zu werden. Und es zeigt, wie gut es manchmal wäre, nicht alles zu sagen, nur um im Rampenlicht zu stehen, um sich selbst hervorzuheben.

Meine Wertung:






1 Kommentar:

  1. Wow, ich wünschte ich würde bei meinen Rezensionen einmal so treffende Worte finden!

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