Samstag, 21. September 2013

[Rezension] Charles Sheehan-Miles - Vergiss nicht zu atmen

ebook - 267 Seiten - 2,99 Euro
Erschienen: 7.9.2013
Altersempfehlung: ? ab 16 würde ich sagen
Genre: Drama / Liebe

Der Autor:

Charles Sheehan-Miles lebt in Amerika und war selbst lange Zeit beim Militär, so auch im Golf-Krieg. Wer mehr über ihn erfahren möchte, besucht am besten seine webseite: http://www.sheehanmiles.com/about/
FB-Seite: https://www.facebook.com/CharlesSheehanMiles?fref=ts


Die Übersetzerin:
Ausnahmsweise möchte ich dazu etwas sagen. Dimitra Fleissner war diejenige, die mich anschrieb, ob ich das Buch lesen mag. Sie selbst hatte es eigentlich nur "aus Spaß" übersetzt und dem Autor davon erzählt. Der war so begeistert, dass er es nun veröffentlicht hat. Und ich muss sagen, mir gefiel diese Übersetzung großartig und ich hoffe, sie wird noch viele Bücher des Autors übersetzen, denn dieser Autor ist wieder einmal so ein "versteckter Schatz", wie ich finde. Danke Dimitra!



Der Inhalt:
Manche Lieben sind wundervoll und zauberhaft und doch können sie ganz leicht zerbrechen. Durch Unsicherheit und Missverständnisse. Einst erlebten Alex und Dylan den Beginn von etwas unglaublich intensiven. Doch das Leben riss sie auseinander. Machte aus dem, was einst Liebe war Hass. Doch, auch die Zeit heilt nicht alle Wunden. Das müssen sie erkennen, als sie durch einen dummen Zufall ausgerechnet bei einem Uni-Job zusammen arbeiten müssen. Und nicht nur das, was einst zwischen ihnen war und so viel Kummer auslöste trifft sie jetzt, sondern auch das, was seitdem vorgefallen ist. Alex hat unschöne Dinge erlebt, und Dylan verlor in Afghanistan nicht nur fast sein Leben. Doch so viel auch zwischen ihnen steht und unüberwindbar scheint .. etwas von der einstigen Magie ist immer noch da und gibt Alex Mut, den Kampf aufzunehmen.

Meine Meinung:
Ich finde es sehr schwer, dieses Buch in ein paar Worte zu fassen. Denn es erzählt in sich so viele Geschichten, so viele Schicksale, die sich miteinander berühren, wie Fäden, die immer wieder zusammen laufen und dann wieder auseinander. Das alles geschrieben von einem Autor, der zumindest was die Hintergrundgeschichte angeht weiß, wovon er erzählt. Und dennoch mit oftmals klaren, wenig emotionsgeladenen Worten so viele Emotionen heraufbeschwört, dass es wirklich intensiv unter die Haut geht.

Diese Geschichte hat so viele Facetten, dass man sie gar nicht alle wirklich realisieren kann. Oft spielen sie nur nebensächliche Rollen, werden gar nicht so ewig lang auseinander genommen. Sie sind einfach da. Zusammen genommen aber haben sie das ergeben, worum es hier geht. Um Dylan. Denn für mich ist er die Hauptperson in diesem Buch. Von dem man zuerst glaubt, der Krieg hat ihn zu dem gemacht, was er ist. Kaputt. Zerstört. Unfähig zu glauben, unfähig sich selbst zu vergeben. Unfähig zu lieben. Doch eigentlich hat alles schon viel früher begonnen. Und doch zeigt die Geschichte auch, das nichts endgültig ist - außer vielleicht der Tod selbst. Und dass manchmal die merkwürdigsten Wege einen dazu bringen, zu sich selbst zu finden. Und dass oft alles ganz anders ist, als es scheint, doch wenn man es begreift, ist es meist schon zu spät. Und es zeigt auch, dass immer noch viel zu viel in Klischees gedacht und gehandelt wird. Dass allein wo Du herkommst und was Du bist zählt, wer Du wirklich bist. Und es zeigt, wie oft man genau damit falsch liegt.

Das Buch wird von Kapitel zu Kapital jeweils aus der Sicht von Alex und Dylan in der Ich-Form erzählt. Mir hat das sehr gut gefallen, da es einen das, was geschieht, so viel intensiver erleben lässt. Man erkennt in den Überschriften der Kapitel schon direkt, wer nun das Wort hat und auch die Überschriften an sich geben einen Hinweis, wo es langgeht. Das waren so Kleinigkeiten, die mir auch sehr gut gefallen haben.

Am aller schönsten fand ich ein Kapitel von Dylan. Bei dem er etwas von Karteikarten abliest, was er zuvor geschrieben hat. (Wer das Buch liest, weiß sofort, was ich meine, allen anderen kann ich nicht mehr erzählen, weil sie das unbedingt selbst erleben sollen). Diese Worte haben mich so tief getroffen .. ich war wirklich gewillt noch einmal nachzuschauen, ob das Buch wirklich von einem Mann geschrieben wurde. Unglaublich!

Fazit:
Es ist ein Buch, bei dem man die Zeit vergisst. Das man nicht weglegt, das einen festhält und nicht darüber nachdenken lässt, dass die Nacht langsam viel zu kurz wird, sondern das man weiter liest. Egal was passiert. Es macht nachdenklich, traurig, glücklich, lässt einen lächeln und weinen. Und viel zu schnell ist es vorbei.

Meine Wertung:



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen