Samstag, 15. Juni 2013

[Rezension] Joanne Horniman - Über ein Mädchen

Carlsen
ISBN: 9783551582713             
224 Seiten - gebundene Ausgabe - 15,90 Euro
Erschienen: April 2013
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
ebook-Version: KLICK - 10,99 Euro
Genre: Roman

Die Autorin:

Joanne Horniman hat als Lektorin, Lehrerin und Künstlerin gearbeitet und schreibt, seit sie sechs Jahre alt ist. Sie hat zahlreiche Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht und wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Mit ihrem Mann, einer Katze namens Tom und vielen Hühnern und Enten bewohnt sie ein Haus mit Werkstatt und großem Gemüsegarten in der Nähe von Lismore im Südwesten Australiens.





Inhalt:
Anna ist gerade erst in eine eigene Wohnung, weit weg von ihrer Familie gezogen und fühlt sich einsam. Bis sie Flynn trifft. Denn gemeinsam ist man nicht so allein, zumindest meistens nicht, denn Flynn scheint nie sicher zu sein und Anna weiß nie, ob dieser Tag nicht der letzte gemeinsame ist. Doch zusammen erleben sie trotz allem eine schöne Zeit, mit einer alten Teekanne, mit lachen, essen und Musik.


Meine Meinung:
Tja ... und auch wenn ich die Katze jetzt aus dem Sack lasse. Ganz ernsthaft. Warum kann einem nie jemand im Vorfeld mal sagen, dass es sich bei Anna und Flynn um zwei Mädchen handelt? Ich würde schon gern selbst entscheiden, was ich lese und was nicht. Und gleichgeschlechtliche Liebschaften sind einfach nicht mein Ding - ich verurteile sie in keinster Weise, aber meist langweilen sie mich. Und vor allem wenn ich lesen muss, wo sie nach einem Strandtag überall Sand hatte und wie das schmeckte .. sorry ... nicht mein Ding. (Ich hätte es hier aber auch bei einem Mann unpassend und völlig irrelevant gefunden).

In diesem Buch geht es aber ansonsten weniger um die körperliche Liebe. Viel mehr um die tja, wie soll ich das sagen ... Vernarrtheit, Abhängigkeit, um das Ausschalten des Denkapparates? Alles in Annas Kopf dreht sich um Flynn, es geht nur um sie, was sie denkt, was sie tut, was sie fühlt, oder halt eben nicht. Und da Flynn ein scheinbar sehr ruhiges Leben lebt, passiert auch nicht wirklich viel. Und so kommt einem die Jammerei - und anders kann ich Annas Verhalten einfach nicht beschreiben - bald zu den Ohren raus.

Ich konnte in diesem Buch keine tollen, großen Gefühle sehen, sondern nur Abhängigkeit, Hineinsteigern in eine Liebe, die durch Annas Verhalten zum Scheitern verurteilt ist und der panischen Angst vor Einsamkeit. Teilweise tat mir Anna direkt leid, meistens aber nervte sie mich eher. Zumal sich Anna immer nur auf eine Person zu fixieren scheint - egal ob sie die Person liebt oder nur mit ihr befreundet ist. Kaum taucht eine andere auf, ist die vorhergehende irgendwie komplett abgemeldet.

Gleichzeitig liebt sie verdrehte, merkwürdige Bücher - jaja, wahrscheinlich wirkliche Literatur, da es sich z.B. um Dostojewskij handelt. Doch ehrlich, mein Fall ist es nicht, und wenn dann noch seitenlang Zitate gebracht werden und darüber nachgedacht wird, wie man sich dabei fühlt, was es aussagen soll, fühle ich mich echt gelangweilt. Ich meine, hätte ich Dostojewskij lesen wollen, hätte ich sein Buch gekauft, oder? Und dann wiederholen sich die selben Zitate auch noch, als wäre einmal lesen nicht genug.

Beispiel gefällig? .. Bitte sehr: Ich bin ein kranker Mensch ... ich bin ein böser Mensch. Ein abstoßender Mensch bin ich. Ich glaube, meine Leber ist krank. ... Ein Zitat aus dem Buch von dem Russen. Das Buch heißt übrigens "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch". Ist das Literatur? Dann stehe ich dazu, ich mag sie nicht :)

Überhaupt lebt dieses Buch von gedanklichen Wiederholungen ... und das, obwohl es eigentlich selbst gar nicht so lang ist. Und das bringt dann mit sich, dass eigentlich überhaupt nichts passiert. Das ganze Buch lang nicht. Zumindest irgendwie nichts, was in meinem Kopf zurückgeblieben wäre. Wobei ich hier am häufigsten an die Katze denke ...

Sicherlich soll hier mit ganz wundervollen Worten der Zauber der ersten Liebe geschildert werden. Oder auch die Tragik. Leider traf es meinen Geschmack gar nicht. Ich konnte weder zarte Gefühle noch wundervolle Gefühle feststellen. Ich konnte nur Hass, Zorn, Eifersucht, Einsamkeit und Neid entdecken. Insofern war es hier tatsächlich egal, dass es sich um zwei Mädchen handelte, es wäre auch mit einem Jungen nicht spannender geworden :)

Warum ich aber trotzdem bis zum Ende gelesen habe .. nun .. ich nutze das Buch im Rahmen der Notizbuchaktion und es waren ja glücklicherweise nur  224 Seiten. Für die ich allerdings tatsächlich 1 Woche brauchte und zwischendurch 2 andere Bücher lesen musste ;-) .. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie es meinen Nachleserinnen gehen wird und wie die Kommentare sind, wenn ich das Buch zurück bekomme :)


Fazit:
Mich konnte dieses Buch leider nicht positiv berühren. Ich konnte keinen Zauber der ersten Liebe feststellen, sondern mehr die gesammelten, negativen Eigenschaften, die eine vermeintliche Liebe mit sich bringen kann. Schade, meine Erwartungen waren viel höher.


Meine Wertung:




Kommentare:

  1. Schade, dass es dir nicht gefallen hat. Ich wäre aber auch nicht auf die Idee gekommen, dass Flynn ein Mädchen ist. Ich finde es auch imemr blöd, wenn man so etwas erst beim Lesen heraus findet.

    LG Claudia

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  2. Endloch mal jemand, dem das Buch auch nicht gefallen hat. Ich dachte inzwischen, dass ich die einzige bin...
    Du hast deine Meinung sehr gut begründet, eine super Rezension.
    LG
    Yvonne

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  3. Ich mochte das auch nicht wirklich. Es war fade und ohne Hühepunkt und ich hab nicht so recht verstanden, was mir die Autorin sagen wollte.

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  4. kann ich verstehn, aber nur hass und neid und so waren da nicht. muss man halt etwas genauer drauf achten, dann bemerkt man, dass sie es auch sehr schön hatten. und warum langweilen dich gleichgeschlechtliche liebschaften? ist doch grade spannend... naja. aber wenn du erste liebe und so willst... freche mädchen "sommer, sonne, ferienküsse" und so :-)

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    1. Seufz *augenroll* .... also .. 1: .. ist dies MEINE Meinung - mein Blog, meine Meinung. Ich mag es nicht, das muss ich nicht begründen. Begründe mal, warum jemand z.B. keine Rosinen mag .. er mag sie einfach nicht. Und so mag ich nicht darüber lesen. Und wenn, dann weil ich es entschieden habe, nicht, weil die Inhaltsangabe das gewissentlich verschwiegen hat. Ich muss einfach nicht lesen, wie Frau der anderen Frau .. (wenn Du es gelesen hast, weisst Du was ich meine, ich sage nur Sand). Es ist nicht meins, erwarte ich in einem Jugendbuch auch nicht. 2. Wenn Du schon meinst, meine Meinung kritisieren zu müssen, dann bitte doch mit Namen und nicht anonym und in ganzen Sätzen. 3. Woher nimmst du das Recht zu entscheiden, dass wenn ich keine gleichgeschlechtlichen Liebschaften lesen mag, dann freche Mädchen etc lesen zu wollen? Darum geht es doch nicht ... und Du scheinst meinen Blog auch nicht zu kennen. Daher: Eigene Meinung bilden, selbst irgendwo veröffentlichen. Eine Meinung kann nicht falsch sein ... denn es ist eine Meinung, gelle?! ... man man man

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  5. ich respektiere deine meinung, verstehe sie nur nicht

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    1. Schade, Deinen Namen sehe ich immer noch nicht ... Nun, dann respektier meine Meinung einfach ... Du musst sie auch nicht verstehen ... dafür ist es ja meine Meinung.

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