Mittwoch, 13. März 2013

[Rezension] Markus Thiele - Dreizehn Tage am Meer

ISBN: 9783943697568
251 Seiten - Taschenbuch - 13,90 Euro
Erschienen: 7.3.2013

Altersempfehlung: ab 16 Jahre
Genre: Gegenwartsliteratur
ebook-Version: KLICK - 8,99 Euro

Der Autor:
Markus Thiele, 1971 in Hildesheim geboren, ist hauptberuflich als selbständiger Rechtsanwalt in Göttingen tätig. Mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern lebt er auf dem Land für ihn der Ort, an dem er den nötigen Ausgleich zum oftmals turbulenten Berufsalltag findet. Mit dem Schreiben begann er 2007 während eines Provenceurlaubs. Schon länger hatte ihn der Wunsch verfolgt, prosaische Kurz- als auch längere Texte zu verfassen. Als der Startschuss gefallen war, entstand ein erstes Romanmanuskript. Zahlreiche Kurzprosa folgte, 2009 erhielt er für einen seiner Texte den Wiener Werkstattpreis , 2012 folgte der Publikumspreis des Kulturpreises der Stadt Göttingen. Mehrere seiner Werke wurden in Anthologien veröffentlicht.




Inhalt:
Es begann so leicht, lief ins Vergessen. Der Zufall brachte es zurück, intensivierte es und ließ es dann durch eine Tragödie vernichten.

Manon kann sich nicht anders entscheiden. Muss sich den Zwängen beugen, zuviel würde verloren gehen. Und doch versucht sie sich loszureißen von dem, was von ihr erwartet wird. Doch das Schicksal meint es anders. Und es verändert nicht nur ihr Leben, sondern das von sechs Personen. Und doch, selbst zwanzig Jahre später, scheint es immer noch nicht abgeschlossen. Und so beginnt eine Reise in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

Meine Meinung:
Es ist ein Buch, das - für mich - absolut schwer in Worte zu fassen ist. Sicherlich hätte ich ganz normal einen Inhalt schreiben können, der das wiederspiegelt, was im Buch erzählt wird. Doch eigentlich ist das nicht die Hauptgeschichte. Diese liegt irgendwo zwischen den Zeilen. Versteckt und dennoch klar vermittelt es eine Botschaft. Zumindest mir. Oder vielleicht wirft es einfach auch nur Fragen auf?

Kann man vergessen, was einst war? Warum wiegen die Tragödien schwerer als die Liebe? Kann man einen Schritt rückwärts gehen, um dann zwei vorwärts zu kommen, oder sollte man die Vergangenheit ruhen lassen? Doch es gibt so viel mehr wiederzufinden als die einzige Liebe. Vertrauen, Hoffnung und vielleicht auch Erkenntnis?

Ich hatte am Anfang ziemlich viele Schwierigkeiten, in das Buch zu gelangen. Es hat so ein bisschen diesen typisch französischen Flair, den so viele lieben, mit dem ich aber zeitlebens einfach nichts anfangen konnte. Weder die Bücher, noch die Filme, noch die Sprache berühren mich wirklich. Und ich hatte Anfangs Schwierigkeiten die Personen auseinander zu halten. Die Zeiten. Brauchte immer wieder einen Moment des Verharren um zu begreifen, bei wem und wo ich mich befand. Bis mir klar wurde, dass dieses Buch einfach nicht so zu lesen ist, wie jedes andere.

Eigentlich muss man zwischen den Zeilen lesen, zumindest fühlte es sich für mich so an.  Und dann konnte ich mich auch fallen lassen und wurde mitgezogen in diese Geschichte, die mir selbst so viele Fragen aufwirft.

Ist es tatsächlich so? Diese eine Liebe, die einen nicht loslässt? Oder ist es nur diese Erinnerung, die einem etwas perfektes vorspielt, was man nicht näher erlebte, was den Alltag nicht überleben musste, sondern sich nur für Momente, für Sekunden in seinem schönsten Licht präsentierte?

Der Autor schreibt dazu: "Liebe - Was ist das schon? Ein Hafen in sürmischer See. Schultern, auf denen man ohne schlechtes Gewissen Ballast ablädt. Geborgenheit, Vertrautheit..."

... und ... "Die wahre Liebe kommt auf leisen Sohlen und bleibt für immer. Die falsche aber, die erkennst Du am Schlagen der Hacken beim Gehen." ... ist das so?

Rückblickend hat mich dieses Buch berührt und fasziniert. Es ist leicht und doch dabei so eindringlich. Es zeigt das Leben von sechs Menschen, drei Paaren und doch von allen zusammen, denn irgendwie sind alle miteinander verbunden. Es zeigt eine Vergangenheit, eine Gegenwart und lässt auf eine Zukunft hoffen. Und das macht es vom Beginn bis zum Ende, immer wieder wechselnd.

Der Autor hat einen sehr eigenen Stil, mit dem man sich erst einmal anfreunden muss. Er wirkt leicht und zart und ist doch so eindringlich, dass man das Gefühl hat die Stimme einem Orkan gleich zu spüren.

Es gibt so viele Stellen, die ich im Buch angestrichen habe, die ich gern zitieren möchte, doch damit würde ich fast das halbe Buch zitieren und Euch die Freude nehmen, es selbst zu entdecken. Versucht es!

Fazit:
Es ist ein Buch, das sich nicht in ein paar Worte quetschen lässt. Die Geschichte von sechs Menschen. Von einer Vergangenheit, einer Gegenwart, einer Zukunft. Von der verlorenen, einzigen Liebe. Und eine Geschichte, die zwischen den Zeilen steht und uns zum Nachdenken bringt.

Es gibt einen wundervollen Trailer dazu, der schon sehr viel aussagt .. und die Melodie lässt sich nicht so leicht wieder abstellen im Kopf (und lasst Euch vom Datum nicht verwirren, das Buch ist bereits erhältlich!):



Meine Wertung:

Kommentare:

  1. Sehr interessant. Bei mir liegt das Buch noch auf dem SuB. Jetzt bin ich noch gespannter darauf als ich es eigentlich schon war.

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  2. Scheint mir wirklich mal eine gefühlvolle/poetische mit vielen zwischen Tönen verfasste Geschichte zu sein.

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  3. Das klingt wirklich super und gleichzeitig auf vertraut. Vertraut in dem Sinne, dass einen ein Buch wirklich berührt, fesselt und nachdenken lässt.
    Mir selbst passiert es auch, dass ich für ein solches Buch eine ewigkeit brauche und dann noch Wochen oder Monate daran denken muss. Fantastisch.

    Liebe Grüße
    Sarah

    P.S. Wochenrückblick? ♥ ;D

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    1. Liebe Sarah, das lag nur daran, dass ich seit Samstag in den Händen einer fiesen Erkältung steckte ... wird nachgeholt :)

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    2. Oha. Dann eine gute Besserung! :)

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