Freitag, 1. Februar 2013

[Rezension] Daniela Winterfeld - Der geheime Name

ISBN: 9783426511275
528 Seiten - Taschenbuch - 12,99 Euro
Erschienen: 11.01.2013
Altersempfehlung: ? - Erwachsene
Genre: Märchenadaption / Fantasy
ebook-Version: KLICK - 10,99 Euro


Die Autorin:
Daniela Winterfeld, geboren 1978, studierte Literaturwissenschaften, Psychologie und Geschichte. Heute ist sie in einer Literaturagentur tätig und lebt mit ihrer Familie in Berlin.







Inhalt:
Ach wie gut, dass niemand weiß ... dass ich dieses Märchen eigentlich noch nie mochte .. und eigentlich kenne ich auch niemanden, der es mochte. Es war gemein, es war unbarmherzig und es machte Angst. Zumindest den Kindern. Doch das Rumpelstilzchen ist, sollte es denn jemals gelebt haben, tot. Und etwas viel schlimmeres ist an seine Stelle getreten, treibt seit Jahrtausenden sein Unwesen. Noch grauenvoller, noch härter, noch unmenschlicher. Es will nur eins ... das Mädchen, das ihm versprochen wurde. Doch all dies weiß Fina nicht, während sie mit ihrer Mutter auf der Flucht ist. Alle paar Wochen, alle paar Monate ein neuer Ort, ein neues Land. Immer auf der Flucht vor ihrem Vater. So erzählt es die Mutter. Und Fina fügt sich und glaubt.  Bis sie genug hat. Es zieht sie zurück zu ihrer Großmutter. Zurück dorthin, wo sie den Ursprung ihrer Träume wähnt, wo der Geruch, der sie verfolgt, Wirklichkeit wird. Und viel zu spät erkennt sie die Gefahr. Doch da ist Mora, und für ihn nimmt sie die Gefahr auf sich.

Meine Meinung:
So still, schön und unscheinbar, wie das Buch aussieht, wiegt es einen doch eher in Sicherheit, bevor man es das erste mal aufschlägt. Es vermittelt Ruhe und Hoffnung, man vermutet nichts schlimmes hinter diesem schlichten Cover. Und so schlägt man die ersten Seiten auf und gerät in einen Bann, der einen nicht mehr los lässt. Das Buch ist ein bisschen so wie das Moor, das in ihm geschildert wird. Ruhig, vertrauenserweckend, in leuchtendem Grün ... und gehst Du nur einen falschen Schritt, einen Schritt zu weit, dann zieht es Dich schleichend und leise immer tiefer in sich und verschlingt Dich mit Haut und Haar.

Lach .. ohje, ich glaube, ich muss mich erst einmal wieder ein bisschen aus diesem Buch herauskämpfen, das mich tatsächlich mit Haut und Haaren gepackt hat. Ein absoluter Pageturner, den ich einfach nicht aus der Hand legen wollte.

Mit viel Gefühl und bildreichen Worten lässt die Autorin schon auf den ersten Seiten ein ziemlich genaues Bild von Fina und ihrem Leben vor dem geistigen Auge erscheinen. Man versteht ihre Auflehnung, findet es richtig, dass sie ihren eigenen Weg sucht und verfolgt dann fast atemlos, wie sich das Ganze entwickelt. Dunkel kommen die Erinnerungen an das einstige Märchen hin und wieder zum Vorschein, ja die Autorin selbst spielt mit dem ursprünglichen Märchen, bindet es ein und man schmunzelt ein bisschen über die Naivität von Finas Mutter, so als hätte man selbst es längst besser gewusst, hätte alles ganz anders gemacht.

Begeistert war ich von dem Charakter Fina. Dieses leicht starrköpfige Mädchen mit dem großen Herz, das soviel Feingefühl und Menschenkenntnis an den Tag legt. Das für ihre Gefühle kämpft und trotzdem einen klaren Kopf bewahrt - zumindest meistens. Ein paar Ausfälle gibt es und gerade die lassen sie so real, so menschlich erscheinen. Und noch viel mehr hat mich Mora berührt. Es war faszinierend zu erleben, wie man einen Menschen formen kann, wie man ihn lenken kann, nur mit der Kraft der Gedanken. Vieles von dem, was man hier liest war so erschreckend real, dass man geradezu erfreut war, wenn "der Geheime" auftauchte, denn in diesen Momenten erinnerte man sich wieder daran, dass es doch nur eine Geschichte ist.

Ich habe bislang von der Autorin noch nichts gelesen gehabt, bin aber sehr begeistert über diesen packenden Schreibstil. Über die Fantasie und die Begabung so schnell laufende Bilder vor dem inneren Auge zu erzeugen. Daher möchte ich Euch noch ein Zitat mitbringen, was mir ganz besonders gefiel:

"Wer einmal log, musste weiterlügen, wer immer log, wurde schnell zum Verräter. Und wenn man erst die verriet, die man liebte, verlor man alles, was einem wichtig war."

Fazit:
Eine absolut spannende und mitreißende Interpretation des alten Märchens "Rumpelstilzchen". Gerade, wer es wie ich eigentlich nicht mochte, sollte zu diesem Buch greifen, denn wäre das Märchen so gewesen, es hätte garantiert zu meinen liebsten gezählt! Einfach fantastisch empfehlenswert!

Meine Wertung:





Kommentare:

  1. Meine Liebe, da hast du mir ja wieder ein Buch schmackhaft auf die "Zunge" gelegt.
    Danke für deine tolle Rezension. Ich werde es mir auf meine WuLi setzen. Virgin River entwickelt sich allmählich bei mir auch zu einem "Alle muss ich haben/lesen" :-)
    LG HANNE

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  2. Ich hatte das Buch vor kurzem erst in der Hand, wenn ich da deine Rezension schon gelesen hätte. Dann hätte ich es auch gleich gekauft *mich ärger*
    Wie immer eine grandiose Rezension.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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