Sonntag, 27. Januar 2013

[Rezension] Ivonne Keller - Hirngespenster

nur als ebook erhältlich!
ASIN: B004VEC9U  
367 Seiten - ebook - 4,99 Euro

Erschienen:  03.12.2012
Altersempfehlung: ? - mein Tipp Erwachsene
Genre: Drama

Die Autorin:
Ivonne Keller lebte früher in einer Studenten-WG und hat einiges mitgemacht. Ihre Erlebnisse hat sie in Tagebüchern festgehalten, über die sie heute noch in Gelächter ausbricht. Nachdem sie eine Banklehre absolvierte, ging sie ins Ausland und arbeitete anschließend als Barfrau und Chefsekretärin. Heute ist sie Personalerin bei einer Frankfurter Unternehmensberatung. Die Liebe zur Sprache hat sie zum Schreiben geführt. Zahlreiche ihrer Kurzgeschichten wurden in Anthologien und Magazinen veröffentlicht; für drei ihrer Beiträge hat sie Preise gewonnen - zuletzt vom Buchjournal auf der Frankfurter Buchmesse 2012. Im Dezember 2012 wurde ihr erster Roman "Hirngespenster" als Knaur eBook veröffentlicht. Zurzeit arbeitet sie an ihrem dritten Frauenroman. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Söhnen und einer bunten Katze in der Nähe von Frankfurt am Main.


Mein herzlicher Dank geht an die Autorin, die mir wirklich sehr sympathisch ist!

Inhalt:
Das Leben von drei Frauen, wie es unterschiedlicher nicht sein könnte und dennoch sind alle drei miteinander verbunden. Und alle drei haben ein nicht leicht zu ertragendes Schicksal, die eine mehr, die andere weniger und die dritte trägt ihrer aller drei Schicksal - Silvie. Sie ist es, die versucht, die Tablettensucht ihrer Schwester Anna zu mildern, die Mitleid mit Anna hat, weil Anna immer mit der Angst vor dem erneuten Ausbruch des Krebses hat und Sabina, die die Liebe ihres Lebens an Silvie verlor, weil sie nicht mutig genug war. Doch eigentlich ist es auch das Buch dreier Männer und ihren drei Schicksalen. Johannes, Jens und Matthias.

Meine Meinung:
Puh ... das ist eins dieser Bücher, das man unbedingt lesen möchte. Das nur beste Bewertungen hat. An das man hohe Erwartungen stellt, auf ganze Koffer voller Empfindungen hofft. Und das einen eigentlich die meiste Zeit nur verwirrt.

Dieses Buch hat sehr sehr viele unterschiedliche Erzählstränge. Sie beginnen eigentlich am Ende, gehen dann in die Mitte, zwischendurch nach ganz vorne, um dann wieder in der Mitte anzukommen. Kleine Ausflüge in die Gegenwart sind jederzeit möglich. Doch eine Zeitlang weiß man gar nicht, was die Gegenwart ist. Und wenn man es weiß, dann kommt garantiert etwas, das einen wieder zweifeln lässt. Versteht Ihr nicht? Ging mir auch so *lach*

Und doch .. dabei ist es nicht schlecht. Es hat mich dabei tatsächlich trotzdem so gefangen genommen, dass ich es auf jeden Fall zu Ende lesen wollte. Und das, obwohl es mir Anna so schwer gemacht hat. Die arme Anna, die es so schwer hatte, hat und scheinbar immer haben wird. Mir ging sie mit ihrer Jammerei gehörig auf den Geist. Und dann wieder hatte ich doch Mitleid mit ihr .. es wechselte irgendwie ständig hin und her.

Silvie .. tja .. ich glaube, Silvie mochte ich. Vorher. Jetzt .. weiß ich nicht. Sie verwirrt mich. Um im nächsten Moment wieder absolut klar zu vermitteln, dass man sie nur mögen kann.

Johannes und Sabina .. puh .. ehrlich? Mochte ich auch nicht wirklich. Und auch hier stand ich in ständigem Zwiespalt .. ich verstand sie und doch auch wieder nicht. Es gab Zeiten im Buch, da wollte ich sie einfach nur packen und schütteln und fragen warum. Dann wieder überzeugten sie mich mit dem, was sie taten.

Das Ende - KEINE ANGST - ich verrate nichts!! ... nur so viel... rückte vieles in ein anderes Licht, brachte Erkenntnisse. Entschädigte mich persönlich ein bisschen für manches genervte Augenrollen. Und doch .. war es mir wiederum nicht überzeugend genug, obwohl es überzeugend war ...

Ihr seht, ich bin sehr zerrissen. Ich konnte mich einfach nicht wirklich auf das Buch einlassen, ohne, dass ich dafür einen konkreten Grund finde. Meine Erklärungsversuche sind genau so wirr, wie ich das Buch erlebt habe - obwohl es einen ganz konkreten Faden hatte. Es gab keinen Moment, wo ich nicht verstanden hätte, wo man gerade ist und warum. Es war also absolut geschickt gestaltet. Genau wie der Schreibstil der Autorin, der mich wirklich ansprach. Der es auch war, der mich immer weiter lesen ließ.

Wenn ich das so lese, klingt alles furchtbar negativ, doch das war es gar nicht. Es war interessant, völlig anders. Eine tolle Idee und sehr spannende Erzählvarianten. Doch es konnte mich irgendwie nur sehr selten wirklich berühren. Irgendwie stand ich eher wie ein neutraler Beobachter daneben...

Fazit:
Verwirrend, verstrickt, überraschend, anders. Ich finde es sehr schwer, das Buch zu beschreiben. Wer mal etwas ganz anderes lesen möchte und überrascht werden möchte, der ist hier garantiert richtig. Und man sieht, ich stelle mit meiner Meinung auch eine absolute Ausnahme da. Ich hätte dem Buch eine 3,5 gegeben .. da es das nicht gibt, habe ich aufgrund des so viel erklärenden Endes aufgerundet auf 4. Und ich möchte auf jeden Fall mehr von der Autorin lesen.

Meine Wertung:




Kommentare:

  1. Das ist mal wieder eine echte "Sandra"-Rezension. Jetzt bin ich noch viel neugieriger auf das Buch. Ich habe es auch noch auf meinem SuB liegen. Und in einem Punkt, kann ich dir schon mal uneingeschränkt zustimmen. Ivonne Keller finde ich auch total nett und sympathisch.

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  2. LOL .. wieso eine "echte" .. klingt es für Dich auch so wirr wie für mich? .. also meine Rezi mein ich, nicht das Buch ... aber ich wusste einfach nicht, wie ich mich anders verständlich machen sollte *schmunzel*

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    1. Nein, nicht wirr nur sehr authentisch und ungestelzt :D

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  3. Was für eine die Verwirrung entwirren wollende Rezension. Mach mich persönlich noch neugieriger, als ich ohnehin bereits bin. Ein Buch, das sich auf meiner Wunschliste nahezu festbeißt. Danke dir!

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Ohhh die erste Vier-Sterne-Rezension die ich sehe *schmunzelt* Ich bin gespannt, wie ich das Buch empfinde, bisher finde ichs sehr, sehr gut. Ich bin aber auch erst im ersten Viertel ;-)

    Liebe Grüße in die Nacht und eine schöne Woche!
    Sandra ♥

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