Montag, 17. September 2012

[Rezension] Nikola Hotel - Rabenblut drängt

nur als ebook erhältlich!

ASIN: B008CQYYQK
359 Seiten
Altersempfehlung: - meine: ab 16

Die Autorin:
Nikola Hotel wurde 1978 in Bonn geboren.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei
Söhnen in Hennef. Neben dem Schreiben
gehört ihre ganze Leidenschaft der Musik.
Rabenblut drängt ist ihr erster Roman.





Mein herzlicher Dank geht an Nikola, die mir dieses aussergewöhnliche ebook zur Verfügung stellte. Nikola, Du hast einen tollen Schreibstil, weiter so!

Inhalt:
Alexej hat schon lange nur in seiner reinen Rabenform gelebt. Doch dann ist er gezwungen, sich in seine menschliche Gestalt zurückzuverwandeln. Jemand hat es auf die Raben abgesehen, will sie ausrotten und verletzt dabei Alexejs Freund tödlich. Alexej selbst wird schwer verletzt und wird nackt und orientierungslos mit einem toten Raben in der Hand von der Studentin Isa gefunden. Sie arbeitet als Praktikantin im Nationalpark und kann mit Alexejs Verhalten anfangs gar nichts anfangen. Und trotzdem verliebt sie sich in ihn. Doch Alexej muss wieder gehen, darf sein Geheimnis nicht verraten, denn er ist sich sicher, dass Isa dann nur noch Verachtung für ihn übrig hätte. Doch Isa kann ihn einfach nicht vergessen und fängt an, Nachforschungen zu stellen.



Meine Meinung:
Ein wie ich finde sehr ungewöhnliches Buch in vielen Bereichen. Ich möchte einmal versuchen, Euch zu erklären, wie ich mich beim lesen gefühlt habe.

Im gesamten Buch spielt eigentlich alles in der Kälte. Schnee, Kälte, Winter. Das wird in kleinen Details immer mal erwähnt und zieht sich durch das gesamte  Buch. Und man hat irgendwie ständig diese Kälte im Kopf. Sie gehört zu dem Buch und hüllt einen irgendwie ein. Irgendwie habe ich beim Lesen jeden Moment damit gerechnet, dass mir Väterchen Frost gütig über die Schulter guckt … 

Dann, und das finde ich irgendwie genau so ungewöhnlich, beschäftigt sich dieses Buch mit Raben-Gestaltwandlern. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Abwechslung wirklich genossen habe. Mal keine Vampire, Wölfe oder Raubkatzen. Nein Raben. Ich fand diese Vögel schon immer interessant - ob nun Kolkraben oder aber auch die ganz normalen, die einem im täglichen Leben begegnen. Gerade beim Lesen mußte ich doch oft schmunzeln, denn hier im Hinterhof brüten Raben und nicht selten hat mich ihr Gekrächze beim Lesen begleitet.

Der Schreibstil des Buches war für mich ebenso ungewöhnlich. Zum Teil irritierte er mich, denn die Kapitel werden wechselnd in der Ich-Form von Alexej und Isa geschrieben. Meistens aber weiß man zu Beginn eines Kapitels gar nicht, bei wem man denn nun gerade ist. Das fand ich persönlich nicht so gut. Und man konnte sich auch irgendwie nicht daran gewöhnen, mich irritierte es bis zum Schluss.


Und als wäre dies nicht genug, hatte ich zusätzlich immer das Gefühl, dass trotz der gewählten Ich-Form ein Erzähler versucht, die Geschichte neutral zu schildern. Und irgendwie mit der Kälte der Landschaft zu erzählen, in der sie spielt. Es ist sehr schwer zu erklären, denn das heißt nicht, dass ich fand, das Buch sei kalt oder gefühllos. Denn das war es auf keinen Fall. Es heißt nur, der Schreibstil ist ungewöhnlich, abhebend. Aber mir gefiel er ausgesprochen gut. Ich hatte das Gefühl, das Buch ist endlos lang, aber ich wollte nicht zum Ende kommen, weil ich gar nicht wollte, dass die Geschichte vorbei ist. Und das heißt nicht, dass das Buch langgezogen war, sondern eigentlich das Gegenteil, die Seiten verflogen nur so und trotzdem hatte ich das Gefühl, vollständig in eine Geschichte eingetaucht zu sein. Mein Kopfkino lief beinahe komplett durch. Durch wenige Einzelheiten in der Geschichte schafft es die Autorin, einem Menschen und Schauplätze wirklich nahezubringen.

Und… dann die Gefühle. Gefühl gab es in der Geschichte in mehreren Zusammenhängen zur Genüge. Aber es waren leicht erzählte Gefühle, die unglaublich schwer wogen. Man hatte das Geühl, dort eine Tiefgründigkeit zu finden, die in der Intensität mit der vorherrschenden Kälte konkurrieren konnte. Es gab keine schwülstigen Ausuferungen, keine Worte, die unglaubwürdig klangen, obwohl Isa und Alexej sich kaum kannten. Vielmehr hatte man von Anfang an das Gefühl: Das ist so und genau so, wie es ist, ist es richtig, kann nicht anders sein.

Und noch ein letztes Wort zu den Charakteren .. ich wüsste nicht, wen ich mehr mochte. Isa? Alexej? Nikolas oder Katharina oder doch Jaro? :-) Ihr müsst sie wirklich selbst erleben!
Und übrigens .. wer das Buch liest, für den ist der Titel am Ende auch ganz klar :) 


Fazit:
Eine ungewöhnliche Geschichte, ein ungewöhnlicher Schreibstil. Ein Buch, das mit seiner Kälte und den Gefühlen irgendwie unter die Haut geht, einen nicht mehr loslässt. Wirklich empfehlenswert. Und wäre nicht die Verwirrung im Erzähl-Stil, ich hätte noch eine höhere Bewertung gegeben, denn es ist ein Buch, das einen auch nach dem Lesen noch lange positiv beschäftigt ... ich möchte wirklich gern mehr lesen von dieser Autorin!!


Wertung:


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