Sonntag, 1. April 2012

[Rezension] Amy Efaw - Eine Tat wie diese

Carlsen
ISBN: 9783551310811
416 Seiten - Taschenbuch - 12,90 Euro
Erschienen: April 2012
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Kindle-Version: KLICK

Leseprobe: KLICK

Die Autorin:
Amy Efaw, geboren 1967 in Chicago, ist Absolventin der West Point Militärakademie. Nach ihrer Zeit in der Armee arbeitete sie als freie Journalistin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Denver, Colorado. Amy Efaw hat bisher zwei Romane für junge Erwachsene geschrieben, weitere Bücher werden folgen.






Inhalt:
Eigentlich ist Devon ein eigenständiges verantwortungsbewusstes Mädchen. Mit ihren 15 Jahren trägt sie die meiste Verwantwortung für sich selbst. Ihre Mutter, die nur 16 Jahre älter ist als sie, hat nicht viel mehr im Kopf als Männer. So möchte Devon nie werden. Und doch sieht sie sich eines Tages mit ihrer eigenen Tat konfrontiert und weiß nicht, wie es dazu kommen konnte, was passiert ist. Denn Devon ist angeklagt, ihr eigenes Baby im Müll entsorgt zu haben.

Meine Meinung:
Ein heikles, aber dennoch sehr interessantes Thema wie ich finde. Sicherlich konnte ich mir nie vorstellen, dass ein Mensch einfach ein Kind in den Müll wirft, obwohl ich wusste, dass genau so etwas gar nicht selten passierte. Mir war aber auch schon immer klar, dass es Hintergründe geben muss. Eine Antwort auf die Frage „Warum?“. Und genau so war es hier auch.

Das Buch berichtet uns sehr einfühlsam, wie es zu Devons Situation kommen konnte. Es beginnt mit dem Tag der Geburt und endet 11 Tage später. Doch dazwischen erfährt man sehr viel über Devon, ihr Leben, ihre Gefühle. Diesen Aufbau des Buches fand ich sehr gelungen, denn es machte das Buch zu einem wahren Pageturner. Hier ging es nicht darum, einen Menschen zu verurteilen, sondern nahezubringen, wie so etwas passieren kann.

Ich hätte Devons Mutter, aber auch ein paar der anderen Charaktäre so oft schütteln können. Dass ihnen nicht klar war, dass Devon selbst gar nichts realisierte. Dass manche sie als kaltblütige Mörderin hinstellten – gut, meist konnte man bei diesen Charaktären auch mindere Intelligenz vermuten, auch wenn das nicht offen dargestellt wurde. Nichts desto trotz habe ich mich glaube ich bereits auf der zweiten Seite auf Devons Seite gestellt.

In dem Buch geht es eigentlich nicht darum, dass Devon verurteilt wird. Vielmehr geht es darum, dass sie zu sich selbst zurückfindet. Dass ihre Anwältin Dom das Gericht davon überzeugen kann, dass Devon noch nicht nach dem Erwachsenen-Strafrecht verhandelt werden kann oder soll.

Der Schreibstil der Autorin ist dem Thema angepasst relativ nüchtern. Es drückt nicht unnötig auf Tränendrüsen oder schürt Wut auf die ein oder andere Seite. Jedoch ist er so intensiv, dass einem die Geschichte unter die Haut geht und man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich fand es ausnahmsweise auch sehr gut, dass dieses Buch nicht in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Das half einem, das ganze immer noch einigermaßen sachlich zu betrachten.

Fazit:

Ein Buch, das nachdenklich macht. Das einem zeigen kann, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint. Das man doch hinterfragen sollte, bevor man verurteilt.

Meine Wertung:





Kommentare:

  1. Hi Fabella!

    Dieses Buch schneidet ja wirklich durchweg positiv ab. Ich werde es mir merken. Man kann es sicher nicht immer lesen, aber wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, ist es wahrscheinlich ein Glücksgriff! Danke fürs Vorstellen!

    Liebe Grüße
    Anka

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  2. Bisher habe ich nur gute Rezis dazu gelesen, ich muss das Buch auch unbedingt lesen. DAs Thema interessiert mich

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  3. Eine sehr schön geschriebene Rezi.
    Man hört wirklich viel Gutes über das Buch. Ich finde es gut, wie mit dem Thema umgegangen wird, würde es aber nicht lesen wollen. Ich weiß, dass man immer beide Seiten sehen muss in so einem Fall, es ist aber nichts worüber ich im Detail lesen wollen würde, da ich selbst Mutter bin und es trotz jeglicher Gründe niemals nachvollziehen könnte, dass jemand sein eigenes Baby tötet.
    Aber das ist keine Kritik am Buch. Das finde ich sehr gut, vor allem weil es nach wie vor, obwohl es oft vorkommt, ein Tabuthema ist und ich es daher super finde, dass es hier als Lektüre aufgegriffen wird. :)

    LG
    Lilly

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    1. Lilly .. es ist kein Geheimnis, das Baby ist völlig in Ordnung, das ist ja das, was mich so geärgert hat, dass man ihr ständig Mord vorwarf, das Baby aber glücklicherweise nichts hatte. Eigentlich zeigt es viel mehr, wieviele Menschen zu schnell verurteilen und wie wenig wirklich helfen wollen.

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  4. Hut ab, dass Du die Nerven hattest, dieses Buch zu lesen. Deine Rezi ist aufschlussreich und hat mir ein wenig die erste Erschrockenheit genommen, nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen habe, aber dennoch ist es ein Thema, was mir persönlich viel zu sehr an die Nieren gehen würde.
    Es gibt immer heikle themen,aber bei sowas könnte ich nicht objektiv bleiben. :-((

    Ich verurteile Frauen nicht, die nicht wissen, wie sie mit so einer Situation fertig werden sollen. Dennoch weiß ich, dass ich mich nicht intensiv mit deren Gefühlen auseinander setzen könnte. Das wäre ein viel zu großer Interessenkonflikt.

    Liebe Grüße,
    Nalla

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  5. hey
    bin jetzt leserin bei dir ^^
    schau doch auch mal bei mir vorbei
    lg Alisia

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  6. Dieses Buch wäre glaub nichts für mich! Ich muss mich in meinem Beruf schon oft mit so harten Schicksalsschlägen von Kindern auseinandersetzten da pack ich das in meiner Freizeit nicht auch noch! Aber die Rezi ist schön und ich finde auch man sollte immer erstmal "hinter die Kulissen" schauen bevor man verurteilt

    LG Luminchen

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