Freitag, 30. März 2012

[Rezension] Nora Melling - Schattenblüte 2

Band 2 - Die Wächter

rowohlt Polaris
ISBN: 9783862520107
320 Seiten - Taschenbuch - 14,95 Euro
Erschienen: 01.03.2012
Altersempfehlung:
Kindle-Version: KLICK
Leseprobe: KLICK

Die Autorin:
Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.
Homepage der Autorin: KLICK




Vorwort: Liebe Nora, noch einmal herzlichen Dank für das schöne Buch und die liebe Widmung. Über beides habe ich mich sehr gefreut!

Inhalt:
Luisa und Thursen wollen den Jahreswechsel gemeinsam als Start in ein neues Leben sehen. Noch einmal gehen sie ihren Wald, trotzen der Kälte. Doch als sie gehen wollen, entdecken sie Leiche und es wird klar, so einfach kann man die Vergangenheit nicht hinter sich lassen. Denn obwohl Thursen kein Werwolf mehr ist, fühlt er sich immer noch für das Rudel verantwortlich. Und es ist klar, dass das Rudel etwas damit zu tun hat. Und während Thursen immer mehr Zeit mit den Wölfen verbringt, fühlt sich Luisa immer verlorener und gleichzeitig verfällt sie immer mehr dem Sog, auch ein Wolf sein zu wollen. Gleichzeitig tritt Elias in ihr Leben und schüttelt es heftig durcheinander. Denn obwohl sie weiss, dass sie Thursen liebt, gibt ihr Elias Ruhe und Kraft. Und so verbringt sie immer mehr Zeit mit ihm, ohne zu ahnen, dass Elias Thursens schlimmster Feind ist.

Meine Meinung:
Ja, nun weiß ich endlich, warum so vielen dieser zweite Teil nicht so gut gefallen hat, wie der erste.

Er ist in meinen Augen so völlig anders, als der erste. Der ganze Zauber der Wölfe, die für mich eigentlich immer mehr Gestaltwandler als Werwölfe darstellten, fehlt diesem Teil. Doch doch, die Wölfe gibt’s immer noch. Aber ganz anders. Grausamer. Verlorener.

Vorbei ist diese berührende Traurigkeit und Trostlosigkeit, die Thursen umgab. Die ihn zu etwas besonderem machte, die die Geschichte so besonders machte. Dafür beherrschen Rache und Gewalt diesen Teil. Und das macht ihn irgendwie weniger liebenswert. Weil es nicht so tief berührt, weil wir so etwas lieber mit Abstand lesen. Weil eigentlich erst am Ende klar wird, warum geschieht, was geschieht.

Ich habe versucht, unvoreingenommen an diesen zweiten Teil heranzugehen, da auch mir schon die Andersartigkeit vorhergesagt wurde. Und würde man diesen zweiten Teil völlig losgelöst vom ersten lesen, wäre es eine wirklich fesselnde Geschichte über zwei Mächte, die seit Urzeiten Feinde sind. So aber sucht man immer wieder nach dem Zauber, der Thursen und Luisa umgab.

Ich muss sagen, ich bin ein bisschen hin- und hergerissen. Ja, auch mir fehlt der Zauber des ersten Teils. Aber sind wir mal ehrlich … eigentlich war der erste Teil doch abgeschlossen. Friede, Freude, Eierkuchen hätten wir doch einen zweiten Teil lang gar nicht lesen wollen. Und so ließ die Autorin etwas gänzlich Neues mit hineinfließen. Überraschend auf der einen Seite und doch interessant auf der anderen.

Schade fand ich, dass Thursen und Luisa – obwohl jetzt als Menschen miteinander verbunden, beide so verbittert, so hoffnungslos rüberkamen. Ich hätte eigentlich mehr Zusammengehörigkeit erwartet. Aber vielleicht sind sie doch einfach zu verschieden, so ähnlich sie sich auch sein mögen. Das Buch ging für mich dann auch ebenso überraschend und eigentlich total offen zu Ende, mit einem ziemlichen Cliffhanger. Hoffen wir, dass wir nicht zu lange auf die Fortsetzung warten müssen und lassen wir uns überraschen, ob wir dann das Magische des ersten Teils, diese positiven Gefühle, die in „Die Wächter“ eher als negative Gefühle vermehrt rüberkamen, vielleicht doch wiederfinden können.

Der Schreibstil der Autorin ist jedoch unverändert schön, wie ich finde. Und so fand ich zumindest in einigen Sätzen ein bisschen was vom Zauber des ersten Teiles. Wie z.B. hier: „Thursen macht mich stark. Ich weiß nicht, wie er es anstellt. Es ist nicht so, dass er mir von seiner Stärke geben würde, die reicht vielleicht gerade mal für ihn allein, so viel, wie er zu ertragen hat. Aber er kann Stärke in mir wecken, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie habe.

Und zum Schluss, auch wenn sich schon jeder darüber beschwert hat: Das Cover des Buches finde ich wieder traumhaft schön, einfach ein Hingucker. Aber mitten in einer Reihe von einem Buch mit stabilem Einband (nicht gebunden, aber auch kein Taschenbuch = flexibles Hardcover) zu einem Taschenbuch überzugehen, wo das Erste einen runden Buchrücken, das Zweite einen geraden Buchrücken hat, ist wirklich schade. Denn es sieht im Schrank nebeneinander schon merkwürdig aus.

Fazit:
Man muss diesen zweiten Teil sehr offen und unvoreingenommen lesen. Nur dann hat er eine Chance zu dem zu werden, was er ist. Eine mitreißende, ausgefallene Geschichte um Rache und Gerechtigkeit.

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Ui, schöne Rezi!
    Ich lese grad den ersten Teil und sobald ich durch bin auch den zweiten. Dank deiner Rezi werde ich auf jeden Fall versuchen "unvoreingenommen" dran zu gehen!

    LG Luminchen

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  2. Schöne Rezension, liebe Fabella.
    Mir hat der 1. Band auch besser gefallen (SPOILERGEFAHR: Da ist Thursen endlich ein Mensch und dann streiten Luisa und Thursen so viel herum. :( Das hat mich genervt.).

    LG
    Sabine

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  3. Der erste Teil hat mir sooo gut gefallen. Aber als ich den Inhalt von Band 2 gelesen habe, habe ich mir gleich gedacht, dass die Geschichte anders sein wird. Ich habe irgendwie Angst, enttäuscht zu werden und deshalb Teil 2 noch nicht gelesen. Es steht aber schon bei mir im Regal.
    Das mit dem Cover stört mich auch. Warum tut der Verlag so etwas Grausames???

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